
Sarah Lübbers
Aktuell umfasst das „Team“ der Buchhandlung nur mich.
Mein Name ist Sarah Lübbers, bin 24 Jahre und ich habe mich im März 2023 mit meiner eigenen Buchhandlung selbstständig gemacht (wie es zu der Entscheidung gekommen ist, erfahrt Ihr auf der Seite Der Weg zur eigenen Buchhandlung).
Mein Werdegang ist vielleicht ein bisschen ungewöhnlich, aber nicht sehr spektakulär.
2004 im Alter von 5 eingeschult, bin ich 2008 auf die Hauptschule in Westenholz gewechselt. Leider existiert diese tolle Schule nicht mehr und ja, ich schreibe leider. Denn diese Schule war wirklich toll. Auch wenn Hauptschulen von vielen verpönt werden, habe ich dort mein Potenzial entdeckt und mit der Hilfe von großartigen Lehrer:innen konnte ich einen klasse Abschluss dort machen. Realschulabschluss mit Qualifikation für die Fachoberschule.
Zu der Zeit hatte ich eigentlich überlegt etwas mit Tieren zu machen und hätte auch vielleicht eine Ausbildung bei einer Tierheilpraktikerin anfangen können, doch ich habe gemerkt, dass die Arbeit mit Tieren doch nicht so ganz das meine ist. Und da Musik neben den Büchern meine große Leidenschaft ist, wollte ich nun Musiktherapie studieren.
Also besuchte ich ab 2014 das Michaelsgymnasium in Paderborn. Die Ruhe der damals noch reinen Mädchenoberstufe, war ein kompletter Kontrast zu dem Chaos, das doch manchmal in meiner Klasse auf der Hauptschule geherrscht hat. Aber die Umstellung tat mir sehr gut und so habe ich nach 3 Jahren mein Abitur mit den Leistungskursen Erdkunde und Mathematik und sowie den beiden Grundkursen Deutsch und Musik abgeschlossen.
Manche fragen an dieser Stelle immer „Moment, Kreativität und Logik, also Musik und Bücher mit Mathe-LK, passt das überhaupt zusammen?“ Naja, irgendwie funktioniert es bei mir, also anscheinend schon.
Wie ihr aber vielleicht schon gemerkt habt, habe ich Musiktherapie auch nicht studiert. Warum? Ich hatte einige Jahre Gesangsunterricht und ich liebe es noch immer zu singen. Aber beim Akkordinstrument wäre ich gescheitert. Ich kann zwar Klavier spielen, aber mehr schlecht als recht und schon gar nicht vom Blatt, also man kann mir keine neuen Noten geben und erwarten, dass ich das Stück direkt spielen kann. Und das wäre in der Aufnahmeprüfung von mir verlangt worden. Also musste ich mir wieder etwas neues suchen.
Viel Zeit war nicht mehr, was sollte ich also nun machen?
Im Rahmen eines Sozialpraktikums habe ich in Schloss Neuhaus in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gearbeitet und daran musste ich nun denken. Die Arbeit dort hat mir sehr gefallen, also dachte ich, warum kein soziales Jahr.
Gedacht, getan. Ich habe ein FSJ in derselben Einrichtung gemacht und es hat mir persönlich richtig gut getan. Einfach mal raus aus dem Lernstress, mit Menschen arbeiten und was Gutes tun. Das kann ich echt nur allen empfehlen.
Und in dem Jahr bin ich zu dem Entschluss gekommen, der den Grundstein für das alles hier gelegt hat: Ich will etwas mit Büchern machen. Und ein Rückblick auf ein Praktikum in einer Buchhandlung hat mir auch gezeigt was: Ich will in den Buchhandel.
Doch leider habe ich keinen Ausbildungsplatz in der Nähe bekommen. Was nun? Studieren? Aber was kann in Bezug auf Bücher studieren?
Recherchen führten mich zuerst nur zur Bibliothekswissenschaft, doch das war nicht das, was ich suchte. In einem Buch, einem Studienguide, fand ich jedoch genau das, was ich wollte: Buchwissenschaft. Ein Studiengang rund um das Thema Buch.
Das war es. Das wollte ich studieren. Der Nachteil: ich musste dafür nach Mainz ziehen. Ich, das introvertierte Dorfkind, der absolute Familienmensch, soll für 3 Jahre weg von zu Hause ziehen, wo ich niemanden kenne und die Umgebung mir absolut fremd ist?
Aber ich wollte Buchwissenschaft studieren also musste ich wohl oder übel da durch. Also zog ich nach Mainz und begann im Oktober 2018 mein Studium der Buchwissenschaft.
Und was soll ich sagen? Ich liebe Mainz. Die Stadt ist so wundervoll und das Studium war super. Ich konnte dort viele tolle Kontakte in vielen Bereiche der Buchbranche knüpfen.
Doch weg von Zuhause zu sein viel mir schwer, weshalb ich manchmal unangemeldet vor unserer Haustür stand, weil mir in Mainz die Decke auf den Kopf gefallen war. Zum Glück haben mir da die Corona-Semester in die Hände gespielt, weshalb ich oft einfach in der Heimat arbeiten konnte ohne Verpflichtungen in der Uni zu haben.
Im März 2022 habe ich dann endlich meine Bachelorprüfung bestanden und kann mich seitdem Bachelor of Arts nennen.
Die Heimatverbundenheit hat mich dann nach dem Studium auch wieder zurück nach Hause geführt, wo ich nun im März 2023 meine eigene Buchhandlung eröffnet habe.
Puh, das war jetzt doch mehr als erwartet. Aber wenn man einmal anfängt zu schreiben, kann man nicht mehr aufhören, oder?
Aber das war es jetzt erstmal zu mir.
Alles konkrete zur Gründung der Buchhandlung könnt ihr auf der Seite Der Weg zur eigenen Buchhandlung lesen.
Ach nein, eine Sache habe ich noch vergessen zu erwähnen, die wichtig für den Grund meines Konzepts der Buchhandlung ist.
Ich habe eine Augenerkrankung, die sich Retinitis Pigmentosa nennt, aber mehr dazu erkläre ich auf der Seite Das Konzept der Barrierefreiheit.
So jetzt war es das aber wirklich.
Wer es bis hierhin komplett durchgelesen hat: Respekt! Ihr habt euch wirklich für meinen Werdegang interessiert. Vielleicht ist er ja dann doch nicht ganz so unspektakulär wie ich immer denke.

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